Gioachino Rossini

Finale der Ouvertüre zur Oper ›Wilhelm Tell‹

Dieses mitreißende Stück des italienischen Komponisten Gioachino Rossini (1792 – 1868) kennt wohl fast jede*r. Es entstand im Jahr 1829 als Teil der Oper ›Wilhelm Tell‹ und erinnert an einen rasanten Galopp. Bei ›Wilhelm Tell‹ geht es – wie so oft in der Oper – auch um die Liebe, aber vor allem verbindet man mit der sagenhaften Gestalt des Schweizer Alpenjägers die Geschichte eines Freiheitskampfes.

Sie spielt im tiefsten Mittelalter in den Alpen, etwa um das Jahr 1300: Die Herrschaft der Habsburger, eine damals mächtige Adelsfamilie, stinkt der Schweizer Bevölkerung gewaltig – allen voran, der als Verwalter eingesetzte Vogt. Einmal ließ dieser zum Beispiel einen Hut auf einer Stange aufstellen. Wer daran vorbeikam, sollte sich demütig verbeugen. Wilhelm Tell jedoch verweigerte dies. Umgehend landete er vor dem Vogt, der sogleich eine weitere teuflische Idee hatte: Wenn es Tell vermag, so der Vogt, einen Apfel vom Kopf seines Sohnes zu schießen, blieben Vater und Sohn von Strafe verschont. Das Kunststück gelingt, doch der grausame Vogt hält sich nicht an sein Versprechen und will Tell umbringen lassen. Doch Wilhelm Tell kann fliehen, tötet schließlich den tyrannischen Vogt mit seiner Armbrust und gilt den Schweizern seither als ihr Befreier!

Fasziniert von dieser Geschichte war auch der deutsche Dichter Friedrich Schiller, der daraus 1804 ein berühmtes Schauspiel-Drama machte. Angelehnt daran schreibt 25 Jahre später Rossini seine Oper, die am 3. August 1829 in Paris uraufgeführt wird. Es ist seine letzte Opern-Komposition, denn auf dem Höhepunkt seiner Karriere schickt Rossini sich selbst in Rente. In den nächsten 40 Jahren widmet er sich weniger dem Komponieren als vielmehr seinem Leibgericht: mit Gänseleber gefüllten Cannelloni. Rossini stirbt 1868 als wohlhabender Mann mit 76 Jahren. Sein galoppierendes Vermächtnis: unsterblich.