Das Stück und sein Erfinder

Ludwig van Beethoven: Ode an die Freude

Dieses Stück des deutschen Komponisten Ludwig van Beethoven ist ein Hit! Es ist eines der berühmtesten Stücke der klassischen Musik, die jemals geschrieben wurden. Man kennt es auf allen Kontinenten. Vor allem aber für Europa hat es eine besondere Bedeutung: Die Musik ist die offizielle Hymne und damit Erkennungsmelodie der Europäischen Union. In der Hymnen-Version fehlt allerdings der Text, der für die Beethoven-Komposition die Grundlage bildete. Er beginnt mit der berühmten Zeile »Freude, schöner Götterfunken« und stammt von dem deutschen Dichter Friedrich Schiller.

Schiller schrieb sein Gedicht im Jahr 1785 und nannte es ›Ode‹, also Loblied an die Freude. Denn Freude verbindet die Menschen auf die schönste Weise miteinander, so Schillers Gedanke. Ziemlich schnell wurde Schillers Ode zu einem Riesenerfolg. Mit Sätzen wie »Alle Menschen werden Brüder« traf Schiller eben genau den Spirit, den Zeitgeist, der gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Europa herrschte. Auch Beethoven war von dem Text begeistert und plante schon früh, das Gedicht zu vertonen. Doch tatsächlich sollte es rund 40 Jahre dauern, bis er die Komposition ›Ode an die Freude‹ fertigstellte – als Schlussteil seiner berühmten 9. Sinfonie. Zu dieser Zeit war der 54-jährige Beethoven, der schon als junger Mann langsam sein Gehör verlor, bereits komplett taub.

Auch den donnernden Applaus des Publikums bei der Uraufführung am 7. Mai 1824 konnte Beethoven nicht hören, sondern nur erahnen. Der Erfolg seines Stückes, das für viele Menschen auch Werte wie Freiheit, Frieden und Solidarität transportiert, hält bis heute an – bei Brüdern wie bei Schwestern!