Das Stück und sein Erfinder

Georges Bizet: Prélude zur Oper Carmen

Liebe, Eifersucht, Freiheit und Tod – in der Oper Carmen geht es hoch her. Die dramatische Story spielt im spanischen Sevilla und erzählt von einer bemerkenswerten jungen Frau: Carmen ist wild, schön und sehr selbstbewusst. Kein Wunder, dass der Wachsoldat Don José sich in sie verliebt und ihr ganz und gar verfällt. Doch Carmen liebt ihr freies Leben und Don José ist auch nicht ihr einziger Verehrer. Zudem denkt die Schöne gar nicht daran, sich einem Mann unterzuordnen – so wie es von Frauen im 19. Jahrhundert gewöhnlich erwartet wurde. Das Ende der Geschichte: Carmen stirbt, getötet von Don José.

Original-Fassung, gespielt von der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen
Célestine Galli-Marié als Carmen

Die Musik zur Oper, die heute zu den beliebtesten der Welt zählt, stammt von dem französischen Komponisten Georges Bizet (1838 – 1875). Zu Lebzeiten erhielt Bizet nur wenig Anerkennung für seine Werke. Auch für Carmen nicht. Als die Oper zum ersten Mal 1875 in Paris aufgeführt wurde, sorgte die Darbietung für ein empörtes Publikum. Eine Frau wie Carmen, die ihre eigenen Vorstellungen vom Leben hat – das war einfach zu viel für die damalige französische Gesellschaft. Auch von der Musik war ein großer Teil des Publikums überfordert. Sie wurde schlicht als lärmend empfunden.

Für Bizet war dieser Misserfolg ein weiterer Tiefschlag, von dem er sich nicht erholte. Dass seine Oper nur wenige Monate später in Wien bejubelt wurde, erlebte der Komponist nicht mehr. Er starb – tragischerweise ausgerechnet an seinem Hochzeitstag – mit nur 36 Jahren. Doch seine bahnbrechende Musik und seine feurigen Melodien wie das Prélude (Vorspiel) von Carmen leben weiter – bis heute.